• Marina

WARUM MAN VIEL ÖFTER EINFACH MAL MACHEN SOLLTE ...

Ich kann da nicht, bekomme keinen Urlaub. Ist mir zu teuer. Das Hotel gefällt mir nicht.

Abenteuerreise? Nee, ich möchte lieber an den Strand. - Einige von vielen Antworten, von denen sicher jeder schon mal mindestens eine zu hören bekommen hat.

In etwa genau so einer Situation war ich am Osterwochenende. Schon vor zwei Jahren hatte ich mir einige wunderschöne Plätze in Deutschland rausgesucht, die ich mir gerne mal ansehen wollte. Und nun war es da. Ein langes Wochenende, das perfekt für einen solchen Ausflug geeignet war. Doch was macht man, wenn die Freunde keine Zeit haben, vergeben oder verheiratet sind oder bereits Kinder haben und deshalb nicht mitkommen können?

Die meisten hätten ihr Vorhaben wahrscheinlich verschoben und sich gesagt: "Ach, das mache ich, wenn jemand Zeit hat mitzukommen." Aber das wollte ich nicht. Ich habe es nicht eingesehen, auf etwas zu verzichten, nur weil kein anderer Zeit oder Lust hatte. Warum sollte ich auch? Immerhin ist es etwas, was mir Freude bereitet und mich mit Glück erfüllt.

Und so machte ich mich dann also auf den Weg - alleine. Ganze 900 km Fahrt hatte ich vor mir.

Anfangs habe ich ja tatsächlich gedacht, die Fahrt würde ewig lang werden und sich total in die Länge ziehen. Aber dem war überhaupt nicht so. Vielleicht lag es auch einfach daran, dass ich wahnsinnig aufgeregt und gespannt war, was mich dort für fabelhafte Landschaften erwarten.

Ich fuhr also los, an vielen Orten vorbei. Die Strecke führte mich den gesamten Osten entlang. Über Lüneburg, Braunschweig, Magdeburg, Leipzig, Nürnberg und München hinunter zum Königssee. Eine Strecke, die ich wahrlich niemals vergessen werde, da ich wirklich unzählige Eindrücke einfangen konnte.

Glücklicherweise habe ich mich bereits um 5 Uhr morgens auf den Weg gemacht - die Straßen waren total frei und ich konnte mich während der Fahrt wirklich entspannen.

Nun ja, da waren sie dann also. Nur noch 200 km von meinem Ziel entfernt.

Jeder, der schon mal in den Bergen gewesen ist, kennt diesen Anblick sicherlich nur zu gut. Und für diejenigen ist es sicher auch gar nichts Besonderes mehr. Aber für mich war es das erste Mal.

Ich kam also aus dem Tunnel raus und sah da plötzlich diese traumhafte Kulisse - eine Front aus Bergen. Wisst ihr, ich habe so etwas vorher noch nie gesehen. Nicht auf diese Art und Weise. Meine Augen strahlten, mein Herz machte nen riesigen Sprung und ein Grinsen machte sich bemerkbar, das gar nicht mehr aus meinem Gesicht verschwinden wollte.

Wie wenig man doch braucht, um eine Frau glücklich zu machen und ihre Augen zum Strahlen zu bringen.

Das waren die Gedanken, die mir in diesem Moment im Kopf herumschwirrten.

Ja, die meisten machen sich immer wieder unzählige Gedanken, wie sie ihrem Partner/ihrer Partnerin eine Freude machen können. Womit sie ihn/sie beschenken können.

Ich war noch nie ein Freund von materiellen Geschenken. Wie sollen mich Gegenstände denn glücklich machen? Man sagt doch nicht umsonst, dass man Liebe nicht kaufen kann.

An diesem Wochenende beschenkte ich mich also einfach mal selbst. Ich schenkte mir Zeit für mich und meine eigenen Gedanken. Ich schenkte mir Ruhe und die Möglichkeit, ein wenig Energie und Kraft zu tanken. Ich schenkte mir eine Pause vom Alltag.

Keiner wollte mir glauben, dass ich mich alleine auf den Weg gemacht habe. Nicht umsonst liefen die Konversationen alle etwa so ab: "Ich fahre zum Königssee." - "Cool, mit wem?" - "Alleine." - "Wie, du fährst alleine?" - Ja! Ich wollte einfach mal raus. Ein bisschen Bergluft schnuppern. Schließlich bin ich vorher noch nie dort gewesen. Also, warum sollte ich mich dann davon abhalten lassen?!

Und wisst ihr, ich bereute es keine einzige Sekunde. Ich konnte ganz bewusst mal den Fokus auf mich selbst legen. Mich auf mich selbst und meine Leidenschaft konzentrieren. Denn wie könnte ich bloß in solch eine traumhafte Gegend fahren, ohne meine Kamera im Gepäck zu haben?!

Ich hatte mir sogar ein super gelegenes Hotel ausgesucht - direkt am Königssee. So hatte man schon direkt beim Frühstück einen perfekten Start in den Tag. Wie kann es auch anders sein, wenn man aus dem Restaurant einen herrlichen Ausblick auf den Königssee genießen kann?!

Mir ist auf dieser Reise Folgendes wirklich bewusst geworden:

Wenn man gerne besondere Orte entdecken, irgendwas in die Tat umsetzen oder etwas Neues lernen möchte, dann sollte man es einfach machen, ganz egal, was andere darüber denken, ob sie Verständnis dafür haben oder ob sie einen dabei unterstützen. Denn es geht nicht um andere, sondern um einen selbst. Man verpasst viel zu viel Schönes in seinem Leben, wenn man immer nur darauf wartet, dass andere Zeit finden. Man schränkt sich selbst ein, wenn man Angst davor hat, was andere denken könnten. Man wird es nicht jedem Menschen im Leben recht machen können. Aber man sollte es sich selbst recht machen. Ich habe irgendwann mal ein tolles Zitat gelesen, das gut dazu passt und in etwa so lautete:

Manchmal muss man allein gehen, um weit zu kommen.

In diesem Sinne wünsche ich euch auch den Mut, sich einfach mal allein auf den Weg zu machen.

Sich nicht immer davon abbringen zu lassen, Dinge in die Tat umzusetzen, bei denen man sich selbst sicher ist, dass sie einen glücklich machen. Vergesst, was andere über euch denken könnten, denn es ist euer Leben. Verpasst nicht die schönen Momente, Erlebnisse, Tage, nur weil ihr damit beschäftigt seid darauf zu warten, dass jemand anderes Zeit dafür findet. Packt einfach mal eure sieben Sachen und macht euch auf den Weg - denn auch alleine kann es wirklich aufregend sein!


xoxo, Marina aka. milovelydream

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